SODIS in Ghana              

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2013

 

SODIS in Ghana 2013

Bei meinem nun schon traditionellen Besuch des SODIS Projektes im Februar waren hervorragende Ergebnisse zu sehen.

Die Arbeit des Fieldworkers, den wir seit gut einem Jahr beschäftigen, zeigt Wirkung. In den sechs Gemeinden und Schulen, die am SODIS Programm teilnehmen ist in diesem Jahr deutlich sichtbar, dass SODIS in das tägliche Leben der Familien und Schulkinder integriert ist. Es sind ca. 7 bis 8000 Menschen, die SODIS nutzen.

In den Dörfern werden die SODIS Flaschen wie andere Lebensmittel auch in den Häusern und Hütten gelagert. Stolz wurden die gefüllten Flaschen gezeigt. Das Filtern des Wassers ist ein alltäglicher Prozess geworden. Die leeren Flaschen stehen neben anderem Geschirr zum Waschen bereit. Sie gehören zum Leben dazu.

Im vergangenen Jahr war ich in einem Dorf, kurz nach dem dort Stromleitungen installiert waren. Und schon damals waren elektrische Geräte wie Radio und TV zu sehen, aber auch eine elektrische Mühle, mit der der geerntete Mais gemahlen wurde.

In diesem Jahr gab es dort mehrere elektrische Mühlen. Die Bauern haben die Chance ergriffen und die Wertschöpfung ihrer selbst produzierten Produkte erhöht. Mehl lässt sich besser lagern und auch über die Saison hinaus verkaufen und sorgt damit über kontinuierliche Einnahmen.

Diese Einnahmen führen offensichtlich zu reger Bautätigkeit. In diesem Jahr waren neue Wohnhäuser zu sehen.

Auch die Hygieneerziehung durch das SODIS Programm und die regelmäßigen Besuche des Fieldworkers zeigen Folgen. Die Dörfer sind sauberer und einige Familien haben ihren privaten Bereich eingezäunt,  den sie sauber halten und durch einen Zaun auch vor dem Eindringen von Tieren schützen.

In den Schulen war eine nahezu hundert prozentige Präsenz von SODIS Flaschen zu sehen. Da gibt es unterschiedliche Modelle. Entweder das SODIS Programm läuft in der Schule und das Wasser wird vor dem Unterricht in die Flaschen gefüllt und während der Schulzeit in die Sonne gelegt, oder die Kinder bringen ihre Wasserflaschen von zuhause mit. Auch hier ist die Folge der Hygieneerziehung sichtbar, die Schulgelände sind sauberer. Der nächste Schritt sollten Toiletten sein.

An einigen Stellen gibt es bereits neue Toilettenanlagen, die durch ein staatliches Programm ermöglicht werden, dass Institutionen ausstattet. Der verantwortliche Mann der Verwaltung ist als externer Berater Mitglied im SODIS Management Team. Er hat uns empfohlen, keine großen Toilettenanlagen zu bauen, da sich in der Regel niemand dafür zuständig fühlt und diese Anlagen schnell unansehnlich werden, sondern zunächst in einem Dorf mit jeder Familie eine Toilette zu bauen, um auch dort den Hygienestandard zu verbessern. Für dieses Projekt bitten wir um Unterstützung durch Spenden.

Weitere sechs Gemeinden haben sich um die Teilnahme am SODIS Programm beworben. Die lokalen SODIS Verantwortlichen prüfen jetzt, wo die lokalen Schulen bereit sind, sich zu beteiligen, da unsere Erfahrung ist, dass der Einstieg in das Programm leichter ist, wenn Schule und Dorf zusammen arbeiten.

Auch die Kirche, neben dem lokalen Lions Club unser Kooperationspartner, hat erstmals Bedarf über die jetzigen Standorte hinaus formuliert. Das ist ein gutes Zeichen, getreu dem Motto „Gut Ding will Weile haben“. Jetzt geht es darum, auszuhandeln, wie sich die Kirche bei der weiteren Ausdehnung des Programms einbringt.

SODIS ist in Ghana angekommen, das Programm funktioniert mit unseren Modifikationen gut, der Bedarf ist da, die Kirche möchte mehr davon. Wie es weiter gehen kann, wird im Laufe dieses Jahres diskutiert und im nächsten Februar 2014 konkret verabredet werden.

Karola Jamnig-Stellmach

SODIS Beauftragte des HDL

GR Umwelt/Wasser

 

 

2012

Ghana 2012

 

Es ist das fünfte Jahr mit SODIS in Ghana.

Die erste Reise 2007 mit W. Blum von Niger über Togo nach Ghana zum Kennenlernen, 2008 mit einer Gruppe von Fünf zum Trommeln in Peki, dann im Sommer zu einer Internationalen Konferenz über Wasser in Accra. 2009 mit Gudrun und Christiane, 2010 und 2011 alleine.

2011 gab es erstmals ein Abkommen, in dem sich auch die EP Church verpflichtet hat, einen Beitrag zu erbringen mit Personal und Informationspolitik in die Kirche hinein.

In diesem Jahr geht es mir darum zu sehen, ob sich mit der Einstellung eines Fieldworkers eine größere Kontinuität einstellt in der Nutzung von SODIS in den Schulen und Dörfern.

Außerdem möchte ich mit allen Beteiligten diskutieren, wie wir eine größere Öffentlichkeit erreichen, um Kooperationen mit Verwaltungseinheiten und anderen Organisationen anzustreben, die auch zu einer größeren Verbreitung beitragen.

 

Erste Wahrnehmungen in diesem Jahr:

         viele junge Menschen hängen rum, haben keine Arbeit. Auf Nachfrage erfahren wir, dass selbst die wenigen Absolventen der Universitäten kaum Jobs finden. Wenn überhaupt, dann können sie in schlecht bezahlten Jobs außerhalb ihres Faches arbeiten.

Wir besuchen in Kumasi KCCR, eine Einrichtung, die in Kooperation mit dem Robert-Koch-Institut, der Presby-Klinic in Agogo und der University of Kumasi betrieben wird. Internationaler Standard, High-Tech-Forschung in Tropenmedizinischen Fragen. Der Campus ist beeindruckend, aber die Absolventen finden keinen Job. Der Weg in eine Selbständigkeit ist bei Kreditraten von bis zu 28 Prozent unmöglich.

         die Infrastruktur wächst, d.h. Aber auch immer und überall Baustellen. Noch mehr Fahrzeuge, bis fast zum Verkehrskollaps. In Accra stop and go, ebenso in Kumasi.

 

 In Accra im GILLBT Guesthouse, unter neuer amerikanischer Leitung gibt jetzt es Wlan; die Kantine ist zu einem netten Frühstücksraum umgestaltet worden. Es bleibt eine Oase im umtriebigen Accra.

 

Die Internationalisierung ist überall sichtbar. Stellenweise geht sie einher mit einem Verlust von ghanaischer Identität.

In Ho hat die internationale Moderne Einzug gehalten: im Kekeli Hotel-Restaurant wurden die ghanaischen Tischdecken ersetzt durch klassisch blau-weiße, die schönen Kleider aus traditionellen Stoffen der Bedienungen durch schwarz-weiße Uniformen. Dabei bleibt das Restaurant unattraktiv wie eh und je. Die Karte wurde internationalisiert, local food gibt es nur auf Nachfrage. Meine Beobachtung ist, dass die meisten Hotelgäste nicht dort essen.

Die Einrichtungen der Zimmer wurden erneuert, allein die Infrastruktur passt nicht zu den neuen Anforderungen von mehr Gästen , einer gewünschten, größeren Auslastung des Hotels. Der Wassertank ist zu klein, d.h. Kein Wasser zwischen 6 und 8 Uhr, wenn alle duschen wollen.

In unserm Zimmer läuft das Wasser vom Abfluss an der Wand entlang und sammelt sich zu einer Pfütze, das Abwasser aus der darüber liegenden Etage kommt noch dazu...

 

Andere Welt:

am Samstag durften wir mitfahren zu einer Beerdigung, bei der Seth Agidi predigen sollte. Entgegen der Absprache wurden wir von Lydia Adajahwa abgeholt und zu einer privaten Totenandacht in ihrer Familie mitgenommen.  Es fand gerade eine traditionelle Totenandacht statt, nur für die Männer natürlich, bei der ein Schaf geopfert wurde. Es lag, bereits abgestochen am Boden, lebte aber noch. Es war die Ablösung für ein nicht ganz gottesfürchtiges Leben des Verstorbenen, eine irdische Strafe... Die Witwe saß traditionell gekleidet zwischen den Frauen, die respektvoll Abstand hielten. Der Tote wer die ersten Stunden im Haus seiner Frau aufgebahrt und war kurz vor unserem Eintreffen in das Haus seiner Familie verbracht worden.

 

Dann die Beerdigung in der Kirche von Taviefe, eine Viertelstunde von Ho entfernt. Zwei Särge, zwei Familien, hunderte von Menschen in und außerhalb der großen Kirche. Ein Gottesdienst von dreieinhalb Stunden Dauer. Als Anhang von Seth waren wir Gäste im  Haus des Pastors der Gemeinde und wurden wie die zahlreichen Pastoren und Würdenträger nach dem Gottesdienst dort verpflegt – mit Jeloffreis und Chicken, natürlich gab es auch Fufu.

Frömmigkeit als Beschäftigungstherapie?

 

Am frühen Samstagabend gab es ein Konzert in der EP Church nebenan. Wir sind hingegangen, die ohrenbetäubende Lautstärke hat uns schnell wieder davon getrieben.

 

Der Frühgottesdienst am Sonntag war so laut,  dass es in unserem Zimmer noch wehtat. Es hörte sich nach Show an, ein rockig gesungenes Halleluja, eine eindringliche, fast aggressive Predigt.

Anpassung an andere Glaubensgemeinschaften, um attraktiv zu sein für neue Mitglieder? Oder lediglich (ungeschicktes) Ausnutzen der neuen Möglichkeiten der Technik mit Mikrofonen und  Verstärkern...  Jedenfalls haben wir nicht am Haupt-Sonntagsgottesdienst teilgenommen. Auf Nachfrage wurde deutliche, dass es in der Kirche durchaus konträre Vorstellung darüber gibt, wie die Attraktivität der EP Church erhalten und gesteigert werden kann, um der großen Konkurrenz Stand zu halten.

 

Abends im Stevens ein erstes Treffen mit Charles Agboklu. Interessante Diskussion über Veränderungen in Ghana, über unsere Beobachtungen. Er berichtet von seinen Aktivitäten in Sachen Umweltschutz für die ghanaischen Kirchen, seine Eindrücke von Durban.

Erste Überlegungen, wie es mit SODIS in den EcoClubs weitergehen könnte, auch über eine Beteiligung an unserer Umweltkonferenz und dem Kinderwassergipfel.

 

Montag, 13.02.2012

Der erste Besuch im Feld mit dem gesamten SODIS Management Team startet morgens um 6.30 Uhr, damit wir die Menschen noch antreffen, bevor sie auf den Feldern ihrer Arbeit nachgehen. Wir fahren gut 30 Minuten, in südlicher Richtung, ins Adaklu-Gebiet, das sind ca. 30 Kilometer, nach Dzakpo. Ein Dorf mit knapp 400 Menschen in ca. 89 Familien.

 

In jeder Hütte, in jedem Haus,  zeigen uns die Bewohner mit Stolz ihre SODIS Wasserflaschen. Sie berichten, dass sie nur noch selten oder gar nicht mehr unter Diarrhoe leiden, sich gesund und stark fühlen und insbesondere die kleinen Kinder viel gesünder sind.

Sie bewahren die Flaschen in sauberen Eimern oder Wannen auf. Das ganze Dorf sieht sauber gefegt aus. Die Hygieneerziehung zeigt Wirkung. Neue Häuser sind bereits fertig oder noch im Bau. Es bewegt sich etwas.

Bei meinem Besuch im vergangenen Jahr wurden von Ho aus, die Straße/Piste entlang Strommasten gesetzt. In diesem Jahr sind sie auch in Dzakpo angekommen. Erstmals habe ich einem dieser entlegenen Dörfer Radiomusik gehört. Und es gibt elektrische Mühlen, mit denen die Bauern ihren Mais jetzt selber mahlen können. D.h. sie können ihr Produkt selber aufwerten. Sie verkaufen nicht mehr die Maiskörner, sondern das Mehl. In diese Zeit der Veränderungen passt unser SODIS Programm – und wird jetzt offensichtlich auch besser akzeptiert als noch vor wenigen Jahren.
Die Menschen sind bereit, sich auf Veränderungen einzulassen, sie sind offensichtlich auch bereit, die Verantwortung für die Gesundheit ihrer Familie anzunehmen und die SODIS Methode zu praktizieren, auch wenn dies Zeit kostet und sie ihren Tagesablauf anders organisieren müssen.

 

Unser SODIS Fieldworker wird mit Achtung empfangen, die Menschen hören ihm zu und akzeptieren, dass er viele Fragen stellt, die sie bereitwillig beantworten.

Die Eltern haben uns berichtet, In der benachbarten Primary School gäbe es offensichtlich noch Widerstände bei den Lehrern. Nicht nur, dass sie SODIS nicht unterstützen und die Kinder nicht anhalten, ihr mitgebrachtes SODIS Wasser zu  trinken, nein sie achten auch nicht darauf, dass die Kinder ihre leeren Flaschen wieder mit nach Hause nehmen. Merkwürdiger Weise verschwinden die leeren Flaschen.

Als wir dort gegen 9 Uhr erscheinen, sind offensichtlich alle Kinder anwesend, aber kein einziger von insgesamt fünf Lehrern. Die Kinder haben uns ihren Morgen-Appell vorgeführt und konnten auch Fragen zu SODIS beantworten – alles ohne Lehrer. Gut für uns, denn so konnten wir erfahren, dass selbst die Kinder im Dorf über SODIS informiert sind. Und für mich zeigte diese Situation, dass unser Besuch tatschlich nicht vorher angekündigt worden war.

 

Da zwei "Ofizielle"aus der Stadt- und Schulverwaltung in unserer Gruppe waren, wird dies für die Lehrer wohl noch ein Nachspiel haben. Ein Lehrer aus unserer Gruppe hat den Erstklässlern ganz spontan eine Rechenstunde erteilt, in der die Kinder ganz ernsthaft gearbeitet haben.

 

Nächstes Ziel war eine Junior High School im Nachbardorf Have. Diese Schule nutzt SODIS seit zwei Jahren. Mittlerweile hatten  100% der Schüler ihre SODIS Flasche dabei. Headmaster und Lehrer trinken mit ihren Familien selber SODIS Wasser und hatten ihre Flaschen dabei.

Auch im benachbarten Kindergarten hatten einige der kleinen Kindern 500ml SODIS Flaschen dabei. Für die Eltern soll jetzt ein SODIS-Infoveranstaltung durchgeführt werden. Die Akzeptanz von SODIS steigt auch hier.

 

Beim Mittagessen ein erstes Kennenlernen mit dem SODIS Fieldworker Edam. Diese Aufgabe ist sein erster Job nach einem Uni Abschluss als Ingenieur. Er arbeitet seit August 2011 für das SODIS Projekt, wird aus unserem SODIS Budget bezahlt und ist von der EP Church angestellt, die auch die Sozialabgaben etc. abführt. Anfangs hat er selber die SODIS Methode erlernt, hat neben dem Projektkoordinator eigene Erfahrungen gesammelt und ist jetzt für das Monitoring und die Entwicklung einer SODIS Policy verantwortlich. Er besucht dreimal pro Woche die SODIS Nutzer, hilft ihnen, berät sie. Die Wirkung ist in den Dörfern sichtbar.

 

Abends: Essen mit Freunden, Fussball gesehen: Sambia gegen Elfenbeinküste.

 

Dienstag, 14.02.2012

Morgens Meeting mit Standing Committee.

Nach der traditionellen Morgenandacht ein erstes – und einziges – Treffen  mit dem Moderator Amenu und seinem Sekrtär Osiakwa als Briefing. Sehr freundliche, fast familiäre Atmosphäre.

Hannes Menke von der NM kündigt Sparmaßnahmen an, während ich von meiner gut gefüllten Kasse spreche.

Das überreichen meines DG Wimpels an Rev. Amenu löst große Freude bei ihm aus.

Mittagessen mit Standing Committee im Chances Hotel.

 

 

Mittwoch, 15.02.2012

Zweiter Besuch im Feld: Wir fahren nach zuerst nach Dorpko, anschließend nach Vodze.

 

Dorpko: wie viele Bewohner, Familien, Sodisnutzer? Fragen an Edem

ein Dorf, ca. 40 Minuten Fahrtzeit von Ho entfernt, in der Savanne, arm, ohne Strom. SODIS Flaschen in fast allen Häusern. Einige Familien zögern noch, mitzumachen. Aber nach Edam bröckelt der Widerstand.

Wir können das braune Rohwasser sehen, eine Frau seiht es durch ein Tuch in eine große Wassertonne und füllt es danach in Flaschen um. Die  hat nachgedacht und sich die Arbeit erleichtert und damit auch noch Zeit gespart.

Die Dörfler haben, unterstützt von der EP Church, ein eigenes Mikrokreditprogramm entwickelt. Sie treffen sich jeden Mittwochmorgen, jeder zahlt einen Ghana Cedi ein. Das Geld fließt in einen Dorf-Fond. Daraus kann jeder, der einen größeren Betrag braucht, Geld leihen; für Arztkosten, Schulgeld etc. Das Leihen kostet 10 Prozent. Jeder Einlage wird sorgfältig in einem persönlichen Heft mit einem Stempel dokumentiert; ebenso die Ausleihen.

Spontan habe ich 20  Cedis für SODIS Material gespendet. Großer Beifall.

Das Dorf sieht auffällig sauber aus. Edam berichtet, dass das SODIS Training auch Hygieneerziehung beinhalte und die Sauberkeit um die Hütten und Häuser herum immer wieder eingefordert werde. Und dies sei langsam auch sichtbar. Allerdings wird der Müll wie bisher verbrannt, andere Möglichkeiten gibt es nicht.

 

Es gibt keine Toiletten

 

Vodze

Primary School Vodze

Hier gibt es eine neue Toilettenanlage

Die Kinder zeigen stolz ihre SODIS Flaschen, Edam verteilt neue Flaschen, damit die Kinder mehrere haben und zweimal am Tag Wasser produzieren können. Ein junger Lehrer erzählt, dass auch die Eltern SODIS lernen wollen und fragt, ob wir sie nicht auch trainieren können. Es funktioniert also auch hier. Über die Kinder werden die Elternneugierig und wollen auch... Toll.

 

In den Klassenräumen hängen keine SODIS Training Posters. Wir überreichen dem Headmaster ein Set. Später entdecke ich im  verstaubten Lager eine Rolle, die nach SODIS Posters aussieht. Und tatsächlich, da liegen sie und werden nicht genutzt. Da hat er aber zu hören bekommen.

Ich erinnere mich, dass dieser Lehrer bereits im vergangenen Jahr moniert hat, dass die Papier Poster wenig geeignet sind, da sie leicht feucht und staubig werden.

 

Nachmittag: Treffen mit SODIS Management Team

Alle Teammitglieder treffen sich zum Erfahrungsaustausch, sind erfreut über den Erfolg, die große Sichtbarkeit von SODIS Flaschen. Die "Offiziellen" Verwaltungsleute sind ärgerlich über das Verhalten der Lehrer in Dorpko. Es entspannt sich eine Diskussion, ob man die Lehrer in der Verwaltung anzeigt, oder doch lieber auf Kooperation setzt und versucht, die Schulverwaltung zu überzeugen, dass die Lehrer dort wo SODIS praktiziert wird, dieses zu unterstützen haben. Dies soll versucht werden.  In Vodze sollen die Eltern trainiert werden und Edem wird nach einem haltbaren Untergrund für die Posters suchen. (Ich schicke ihm dazu die digitalen Poster)

 

Der Water&Sanitation Mann, Mr. Johnson, berichtet, dass seine Verwaltung dabei ist, einen Förderantrag bei der EU zu stellen. Aus den Mitteln sollen Schulen mit Toilettenanlagen versorgt werden. Als stellvertretender Amtsleiter könne er beeinflussen, wo die Toiletten gebaut werden. Auf meine Frage, ob er sich vorstellen könne, mit Lions zu kooperieren und dort wo er Schultoiletten baut, in unserem Auftrag auch gleich öffentliche Toiletten im Dorf zu bauen, da nickt er nur und grinst: na klar geht das! Als erste wird er mir  Daten zur Größe und den Kosten etc. schicken...  Was plötzlich alles möglich wird..!

 

Abends im Sky Plus mit Bremer Freunden und Lydia

 

Donnerstag, 16.02.2012

Besuch Eco Clubs in Adaklu-Waya, dabei sind neben Charles auch Dzinkunu und der Health Mensch und Nfodwo.

In Waya war die Keimzelle der NM, damals Bremen Mission in Deutsch-Togoland.  Es gibt noch einen alten Frieddhof mit Gräbern der ersten deutschen Missionare aus dem 19. Jahrhundert.

 

Zuerst besuchen wir die Königin, das ist die Frau vom Chief. Sie hat dem Eco Club Land gegeben zu Pflanzen von Bäumen. Ein Höflichkeitsbesuch.

Auf die Frage nach eine Toilette werde ich über den Hof zu einem Holzhäuschen geführt. Anschließend wartet eine junge Frau mit einem kleinen Eimer Wasser, Seife und Handtuch auf mich. Auf meine Frage nach öffentlichen Toiletten erzählt, sie dass es nur bei der Schule welche gäbe. Ein Eco Club Mitarbeiter berichtet später, dass nach Schulschluss eine wahre Wanderung zu den Schultoiletten einsetze und das halbe Dorf dort Schlange stehe. Ein Ort für öffentlicheToiletten?

 

Die alte Dame kennt auch SODIS, einige Familien im Dorf nutzen die Methode bereits. Wie das? Nfodwo hat hier trainiert. Ohne, dass wir es wussten. Ebenso in der Schule, die wir anschließend besuchen, die JHS von Waya.

 

Die Kinder haben SODIS Flaschen, aber nicht alle. Auf meine Frage an die Lehrerin, ob sie denn selber SODIS nutze, erscheint ein zaghaftes Lächeln in ihrem Gesicht und sie sagt kichernd, sie sei zu faul und wolle die Zeit nicht investieren.

 

Der Eco Club hat auf dem Land der Königin die ersten 2500 Bäume gepflanzt.

 

Der Schulleiter berichtet, dass die Schule von einem anderen Chief 25 Hektar Land nutzen darf, um dort Bäume zu pflanzen. Auf meine Frage, ob dies schriftlich festgehalten wurde und wer den Ertrag aus der Verwertung der Bäume nutzen kann, entspinnt sich eine lange Diskussion zwischen der Position  des "das brauchen wir nicht" und der Verwaltungshandlung, eindeutige Regelungen zu treffen, um späteren Streit zu vermeiden. Klare Ansage von den Verwaltungsleuten der Kirche: bevor gepflanzt wird, muss eine schriftliche Vereinbarung getroffen werden.

 

Fahrt zum Land auf dem die ersten 2500 Bäume gepflanzt wurden. Entsetzen bei Charles. Ein Buschfeuer hat in den letzten Tagen die kleinen Bäume, die die Trockenheit im Herbst und die darauf folgende Flut überlebt hatten, verbrannt. Unsicherheit, ob mit der kommenden Regenzeit überhaupt noch Bäume sichtbar werden. Frustration über vergebliche Arbeit, Anstrengung.

Er hat Fireworker ausgebildet, das sind Schüler und freiwillige Helfer aus dem Dorf. Vielleicht nehmen diese trainierten Leute es nicht mehr einfach hin, dass einzelne Jäger das Land anzünden, damit sie die fliehenden Tiere abschießen können und so ein Einzelner auf Kosten der Allgemeinheit und Mehrheit lebt. Sie wissen genau, wer zündelt, denn sie kaufen die Tiere bei ihnen. Alles sehr komplex, und nicht leicht zu lösen. Aber das Bewusstsein für den Veränderungsbedarf wächst und solche Initiativen wie die Eco Clubs verstärken dies.

 

Beim Mittagessen bittet Charles darum, Waya in das SODIS Monitoring Programm aufzunehmen.

 

SMT Treffen zum Debriefing, Budget

Beim Debriefing lobe und anerkenne ich ausdrücklich noch einmal die Leistung des gesamten Teams, verteile meinen DG Wimpel an alle – zur großen Freude aller.

Dann spreche ich die Waya Situation an. Ein Mitglied der EP Church hat ohne Wissen des SMT an einem neuen Standort mit SODIS begonnen. Ich bitte das Team, zu entscheiden, wie damit umgegangen werden soll.

Zunächst formulieren alle ihren Ärger und ihr Unverständnis für die Situation. Integration ja, aber eine Schule alleine macht das Monitoring zu teuer, wenn der Fieldworker dafür nach Waya fahren soll, da er den Besuch nicht mit den anderen verbinden kann. WAYA liegt in einer anderen Richtung.

Das Team will überlegen, wie ein Training in Waya realisiert werden kann, was das Budget hergibt.

 

Lydias Wahlperiode endet am Ende dieses Jahres und wir haben darüber nachgedacht, wer ihre Funktion übernehmen könnte. Entweder Seth Agidi, der ja bereits ihr Stellvertreter ist, oder ihr Nachfolger, wenn er geeignet ist. Denn zu SODIS gehört Leidenschaft, wie sie sagt.

 

Abends beim gemeinsamen Essen Abschlussgespräch mit Wolfgang Blum und Annie Chidiak von den Lions.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GILLBT-Guesthouse

 

 

 

 

 

Garten GILLBT-Guesthouse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Adaklu- Fufu stampfen

 

 

Adaklu - Wasser holen

 

 

Adaklu 2 - Feuerstelle

 

 

Adaklu - Wasserholen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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